Die Geschichte der Rebstock-Stube

Die Geschichte der Rebstock-Stube reicht weit zurück – tiefer, als man es von einem Gasthaus erwarten würde. Wer hier einen Tisch reserviert, betritt ein Haus, das seit Jahrhunderten Mittelpunkt des Denzlinger Gemeinschaftslebens ist.

Seit 1521: Die Gemeindestube

Bereits im Jahr 1521 findet sich in einem Urbar – dem „Denzlinger Gebräuch und Herkommen von alters her” – der erste schriftliche Hinweis auf eine „Stube” als zentralen Versammlungsort der Gemeinde. Es war jener beheizte Hauptraum, in dem die Denzlinger Bürgerschaft zusammenkam, Recht gesprochen wurde und Gemeindeangelegenheiten verhandelt wurden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies der historische Vorläufer der heutigen Rebstock-Stube.

1798: Der Verkauf

Der Erste Koalitionskrieg hinterließ in Denzlingen tiefe Spuren. Die durchziehenden Truppen der französischen Revolutionsarmee unter General Moreau belasteten das Gemeindesäckel derart, dass die Verantwortlichen zu einem drastischen Schritt gezwungen wurden. Am 9. Februar 1798 – dem „9te Hornung” im zeitgenössischen Schriftbild – wurde die Gemeindestube, die wertvollste Liegenschaft des Ortes, verkauft. Die Verkaufsurkunde, unterzeichnet von Vogt Rappold und Stabhalter Nübling, hält fest:

„Nach eingeholter Gnädigster Herrschaftlicher erlaubniß haben wir wegen allzuvielen Geimeinds Schulden, welche wir im Französischen Kriege habe machen müssen, die hiesige Gemine Stub verkauft, samt der Wirtschaftsferechtigkeit, nebst einer Scheuer, Hof und Garten.”

Mit dem Verkauf ging die Wirtschaftsberechtigung – das Recht, Gäste zu bewirten und Wein auszuschenken – auf private Eigentümer über. Das Gasthaus lebte weiter.

Die Familie Frey

Die Rebstock-Stube ist seit Jahrzehnten untrennbar mit der Familie Frey verbunden. Adolf Frey prägte das Haus über mehr als 35 Jahre und erarbeitete sich den Ruf, einer der besten Köche Badens zu sein. Sein Name stand für bodenständige badische Küche auf höchstem handwerklichem Niveau – verbindlich, verlässlich, unverwechselbar.

Inzwischen hat sein Sohn Axel Frey die Küchenleitung übernommen. Axel, ausgebildet in der klassischen Tradition, aber offen für zeitgemäße Einflüsse, führt das Erbe seines Vaters mit eigenem Stil weiter: Kräftige Fonds, sorgfältig ausgewählte regionale Produkte, eine Handschrift, die man wiedererkennt. Die Kombination aus badischer Verwurzelung und französischer Finesse hat die Rebstock-Stube zu einer der beständigsten kulinarischen Adressen im Breisgau gemacht.

Heute

Der Guide Michelin, Gault&Millau, Feinschmecker und Falstaff führen die Rebstock-Stube regelmäßig als empfehlenswerte Adresse in Baden-Württemberg. Das Haus wurde behutsam renoviert: moderner Gastraum, einsehbare Küche, eine Gartenterrasse – und doch ist das Wesentliche geblieben. Ein Familienbetrieb, der seine Gäste kennt. Ein Ort, an dem Geschichte und Genuss seit Jahrhunderten zusammenfinden.